Sternenläufer Silken Windsprites

Silken Windsprites vom Niederrhein

Unsere Gedanken zur Hundezucht

"Warum ist ein Rassehund vom Züchter so teuer? Die verdienen sich doch nur eine goldene Nase..."

Viele Menschen, die uns Züchter nach dem Preis für einen Welpen fragen, wundern sich, warum die Welpen so teuer sind. Denn züchten wollen Sie ja nicht, Sie möchten eigentlich „nur“ einen netten Familienhund. Dieser ist ohne Papiere und eventuell auch noch übers Internet oft bedeutend günstiger. Im besten Fall sind die Eltern des Welpen sogar reinrassig. Reicht das nicht aus?     

Nein, denn Züchter, die in einem Verband züchten, der dem VdH angeschlossen ist, „unterwerfen“ sich rigorosen Zuchtvorschriften. So wird nicht einfach jeder Hund zur Zucht zugelassen, der halbwegs so aussieht wie es der Rassestandart vorschreibt :) In der Zuchtordnung steht z.B. ab welchem Alter die Hunde frühstens zuchttauglich geschrieben werden können, wie viele Würfe eine Hündin max. bekommen darf, sie gibt Zuchtpausen vor usw.. Der Verein kann für einzelne Tiere eine Zuchtsperre aussprechen, wenn diese z.B. Defekte vererben oder er kann sogar eine Zuchtsperre für den gesamten Zwinger anordnen, sollten die Tiere dort nicht artgerecht gehalten werden. Jeder Hund muss die Gesundheitstests seiner Rasse vorweisen, bei den Silkens sind das CEA, MDR1 und Herzultraschall, um die zukünftigen Generationen gesund zu erhalten. Dazu kommt die Teilnahme an Ausstellungen und an einer Körveranstaltung des DWZRV. Die Züchter müssen eine über Seminare erlangte Sachkunde nachweisen und die Zuchtstätte wird vom Zuchtwart abgenommen, oft inklusive Umbaumaßnahmen an Garten und Haus. Dann sucht der Züchter einen genetisch zu seiner Hündin passenden Rüden aus, der in der Regel nicht mal eben im Nachbarort wohnt. Ist die Hündin läufig, fährt der Züchter zum Deckrüdenbesitzer und bezahlt an diesen eine Decktaxe, während die beiden Hunde sich hoffentlich näher kommen ;) Nach zwei bis drei Wochen weiß man, ob die Hündin trägt oder leer geblieben ist. Ist sie trächtig, steigen auch wieder die Kosten, da der Züchter mit ihr regelmäßig zum Tierarzt muss.     

Ist man Vollzeit berufstätig, ist die Welpenaufzucht kaum zu bewältigen. In den Tagen rund um die Geburt muss man 24 Stunden für seine Hündin da sein. Ist die überstanden, hört die Rund-um-die-Uhr-Betreuung natürlich nicht auf. Es folgt nur eine sehr kurze Zeit, in der sich die Hündin um alles kümmert (in der man aber um andauerndes Saubermachen und Wechseln der Unterlagen nicht drumrum kommt). Danach ist man als Züchter zuständig fürs füttern, säubern der Wurfbox, beschäftigen und auch fürs fördern der Welpen. Schließlich möchte man seine Welpen bestens auf das Leben in der neuen Familie vorbereiten und das passiert nicht, wenn die Kleinen abgeschieden und „behütet“ nur im Haus des Züchters aufwachsen oder, das andere Extrem, in einem seperaten Hundehaus, wo sie weder eine Geschirrspülmaschine noch einen Fernseher hören und sehen. Welpenfrühförderung beinhaltet das Kennenlernen vieler alltäglicher Situationen, sodass die Kleinen im besten Fall immer gelassen reagieren, wenn sie etwas neues entdecken. Der Züchter kümmert sich außerdem um hochwertige abwechslungsreiche Welpennahrung, die Welpen werden gechipt, geimpft, entwurmt, regelmäßig dem Tierarzt vorstellt und der Wurf wird vom Zuchtwart abgenommen.    


Das alles kostet sehr viel Geld und noch mehr Zeit, die ich hier jetzt mal nicht in einen Stundenlohn ausgerechnet habe, und da hat man noch nicht einen Welpen verkauft!

Daraus folgt: Kommerzielle Absichten und Hobbyzucht sind nicht vereinbar.   

 

Um auf die Anfangssituation zurückzukommen: den Preis für ein Lebewesen kann man nicht vergleichen. Tiere sind jeweils individuell „gefertigte Einzelstücke“ und nicht miteinander vergleichbar wie z.B. eine Jacke oder ein Auto. Wir suchen uns die neue Familie für unsere Welpen schon genauestens aus!

Denn zu allem oben aufgeführten kommen auch wunderbare Dinge, die nicht bezahlbar sind:

Man fühlt wie die Welpen im Bauch der Hündin heranwachsen, bringt die Welpen mit auf die Welt und zieht sie groß, man gibt Herz, Geld, schlaflose Nächte....einfach alles und mit jedem Welpen, den man abgibt, gibt man auch ein Stück seines Herzens ab.